Freitag, 29. Juli 2011

Roadtrip Part 3 - Exmouth, Cape Range Nationalpark & Ningaloo Reef

Nachdem die Westküste schon einiges oberhalb des Meeresspiegels geboten hatte, war es nun endlich an der Zeit auch mal einen Blick darunter zu werfen. Hierfür gibt es an der Westküste keinen besseren Ort als das Ningaloo Reef, welches mit 260km das längste Korallenriff in Western Australien ist. Den einfachsten Zugang für Schnorchler und Taucher bietet das Ferienörtchen Coral Bay, welchem wir selbstverständlich einen Besuch abstatteten. Allerdings blieb es auch nur bei dem Besuch, den mit unserer Ankunft ließen die Wolken ihren Druck ab – die Sonne verschwand und der Regen überraschte uns. Der Ort welcher, schneeweiße Sandstrände und ein Meer in allen Blau- und Grüntönen versprach, blieb uns an diesem Tag verborgen und so machten wir uns auf schnellstem Wege Richtung Exmouth wo der Cape Range Nationalpark uns eine weitere Möglichkeit bot die Unterwasserwelt mit großen Augen zu bestaunen. Nachdem wir nach 3-stündiger Fahrt dort angekommen waren, mussten wir allerdings mit Enttäuschung fest stellen, dass das Wetter auch hier nicht viel besser war.
Turquoise Bay - Cape Range Nationalpark
Lediglich blieb uns der Regen erspart. Doch wer hin und wieder mal die Flossen, Schnorchel und die Taucherbrille übergezogen hat, weiß, dass die Unterwasserwelt erst unter Sonneneinstrahlung ihre komplette Farbenbracht entfaltet und somit um einiges attraktiver ist, als unter drüben Wetter. Doch es blieb uns keine andere Möglichkeit und so mussten wir dieses Wetter so hinnehmen. Da Florian das einzige Schnorchel-Equipment besaß, blieb Max und mir nichts anderes übrig, als am Strand zu warten, bis er genug gesehen hatte. Als kleiner Wasserfrosch konnte ich allerdings meiner Ungeduld nicht lange Einhalt gewähren und so sprach ich einfach eine wildfremde Touristin an und fragte sie ob sie mir eventuell ihre Taucherbrille und den Schnorchel kurz borgen könnte, damit dich einen Blick unters Wasser werfen kann. Da die Frau so nett und hilfsbereit war, konnte ich nun endlich einen Blick auf das Korallenriff werfen, welches mit rund 220 Korallen- sowie mehr als 500 Fischarten vielfältiger als jene des Great Barrier Reef sein sollte.

Lakeside - Cape Range Nationalpark
Lakeside is a great snorkel spot for swimmers of average fitness and capability. From the carpark walk 400m south along the beach to the marked entry point. Snorkel out in a northerly direction for 150m before returning to original entry point. Lakeside is located in the Cape Range National Park.

Nach 10 Minuten verließ ich das Wasser – der Schnorchel hing irgendwo noch am Mundwinkel fest, während das Staunen fast meinen Unterkiffer ausrängte. Mir war sofort klar, dass ich dieses Korallenriff, welches sich gerade mal 50 Meter parallel zum Strand entlang zieht, bei Sonnenschein sehen muss. Ohne große Diskussion stimmte mir auch Florian zu, welcher mittlerweile auch aus dem Wasser gekommen war. So wollten wir die bevorstehende Nacht im Nationalpark verbringen um am nächsten Tag gleich die Schnorchel-Ausrüstung ausleihen zu können, leider waren bereits alle Plätze im Nationalpark ausgebucht und die Übernachtung in einer der Caravan-Parks gab das Portemonnaie leider nicht her. Blieb uns also mal wieder nur das Campen mitten in der Wildnis. Dieses Mal war es allerdings wirklich Mitten in der Wildnis, da in dieser Touristengegend großer Rangerverkehr herrscht und keiner von uns Lust hatte ein weiteres Mal zur Kasse gebeten zu werden. \
Florian und Ich beim Reifenwechseln
Unser kleiner Ausflug in den Busch, ersparte uns zwar die Übernachtungskosten, dennoch blieb er nicht ohne Konsequenzen. Denn mit einem Blick auf unsere Reifen am nächsten Morgen, mussten wir fest stellen, dass wir einen kompletten Platten hatten und ein weiterer Reifen auf dem besten Weg dazu war auch einer zu werden. Da der Ersatzreifen sich dummerweise unter dem Auto befand, benötigte es auch über eine Stunde bis der Reifen gewechselt war.
Nachdem wir dieses morgendliche Hindernis gemeistert hatten, stand einem Tag voller Schnorcheln und Sonnenbaden nichts mehr im Wege. Am Tourquoise Bay, verbrachten wir nahezu den kompletten Tag, da es hier eine Strömung von der besonderen Art und Weise gab. Um einen schönen Blick auf die Korallen und Fische werfen zu können, musste man sich lediglich am Beginn des Strandes in das Wasser begeben und konnte sich dann über eine bunte Unterwasserwelt treiben lassen.

Turquoise Bay  Snorkelling within the Bay is quite rewarding and easy - a perfect spot for beginners to practice their skills! Enter from the beach and snorkel out over coral and marine life. Currents don’t exist in the Bay area but always check conditions to be sure. Turquoise Bay is located in the Cape Range National Park.
Turquoise Bay - Cape Range Nationalpark
Allerdings musste man aufpassen, dass man sich vor lauter Staunen nicht zu weit treiben ließ, denn dann hätte einen die Strömung auf die weite See hinaus getrieben. Mir bleibt auch dieses Mal wieder nichts anderes übrig als euch zu erzählen wie genial das Schnorcheln dort ist, denn leider waren wir nicht in dem Besitz einer guten Unterwasserkamera. Florian hatte zwar eine mit, allerdings war die Qualität der Bilder eher mangelhaft und so bleiben mir mal wieder nur die Erinnerungen an diesen einzigartigen Ort! Während man am Touristen überfluteten Great Barrier Reef einen Tagestrip mit dem Boot buchen muss, zieht man sich am Ningaloo Reef lediglich die Flossen, Taucherbrille und den Schnorchel über, schwimmt 50 bis 100 Meter hinaus und sieht im Endeffekt genau das Selbe!
Lakeside - Cape Range Nationalpark
Korallen und Fische in allen Farben, Riffhaie und sogar mit Schildkröten bin ich geschwommen. Mit viel, viel Glück hätten wir sogar Walhaie sehen können, welche sich momentan in dieser Gegend regelmäßig blicken lassen. Für $300 - $400 hätte man sogar eine Tour buchen können, was wiederum nicht im Budget war. Uns genügte dennoch was wir am Turquoise Bay und am Lakeside sahen uns so machten wir uns am Ende dieses Tages auf zu unserem letzten Highlight, dem Karijini National Park, welcher sich 350km Inland befindet…


Backpacker-Dusche an der Tankstelle :)
Cape Range Nationalpark
v.l.n.r. Max, Florian und Ich
die Abende waren immer sehr chillig - Pasta and Goon ;)
Sunrise at Cape Range Nationalpark

Sonntag, 24. Juli 2011

Roadtrip Part 2 – Kalbarri National Park, Hamelin pool, Shell Beach & Monkey Mia


Ich am Hawks Head Lookout
Nachdem wir uns im südlichen Teil des Kalbarri National Parks die schöne Küstenlandschaft und die Buckelwale angeschaut haben, fuhren wir am späten Nachmittag ins Inland wo wir bei untergehender Sonne uns die Schlucht des Murchison Rivers genossen. Leider waren für uns nur zwei von vier Aussichtspunkten zugänglich, da wir über keinen Geländewagen verfügten. Das wiederum war allerdings gar nicht so schlimm, da die eintretende Dunkelheit uns ohnehin ein wenig im Nacken saß und wir auch nicht all zu spät die „Rest-Area“ erreichen wollten. Florian hatte glücklicherweise einen Straßenatlas mit, wo unteranderem einige „Rest-Areas“ gekennzeichnet waren, wo das Campen über Nacht gestattet war. So versuchten wir seit dem Ranger-Erlebnis am Vorabend nur noch diese Anzusteuern, was uns nicht nur Stress ersparte, sondern auch den Geldbeutel nicht unnötig belastete.
der Mond
Natürlich sind diese Plätze mit keinem Campingplatz vergleichbar, denn außer ein wenig Beleuchtung, Mülleimern und einem Plummsklo gibt es dort nichts zu finden.
Doch bevor wir dort den Tag für beendet erklärten, statteten wir noch den Aussichtspunkten „Ross Graham“ und „Hawks Head“ einen Besuch ab.

Kalbarri National Park - Hawks Head
  
Kalbarri National Park - verschiedene Gesteinsschichen
Kalbarri National Park - Ross Graham
Kalbarri National Park - Ross Graham

Am nächsten Morgen ging unsere Fahrt weiter gen Norden wo wir den „Shark Bay“ ansteuerten. Unseren ersten Stopp hatten wir einige Kilometer nördlich von Hamelin, wo wir uns im seichten Wasser die Stromatolithen anschauten. Die von Blaualgen aufgebauten Kalksteingebilde aus dünnen blätterteigähnlichen Lagen werden auf ein Alter von 3500 Mio. Jahren geschätzt. Allerdings gab es hier auch nur ein wenig was zum Gucken, viel mehr freuten wir uns auf den einige Kilometer nördlich gelegenen Shell Beach.

Hamelin Pool
aus diesen Blöcken wurden früher Häußer gebaut


Hamelin Pool - Stromatolithen
Nach einigen Monaten Strandabstinenz freute ich mich endlich mal wieder unter praller Sonne einfach nur die Seele baumeln zu lassen.
Wir 3 tankten am „Shell-Beach“ welcher aus Abermillionen kleinen Muscheln gebildet wird ein wenig Sonne und genossen hier den Rest des Nachmittags. Auch wenn das Wasser noch ein wenig kühl war, trieb einen das glasklare Wasser förmlich ins Wasser, zudem war diese Abkühlung für uns der Duschersatz unter freiem Himmel :)

Ich am Shell Beach
  
kleine Muscheln wohin das Auge reicht

so lässt es sich leben :)
Am Abend versuchten wir noch, an einem der Klippen, unserem Abendessen ein wenig Abwechslung zu verschaffen, was uns leider nicht gelang. So stand ein weiteres Mal das typische Backpacker-Meal auf dem Speiseplan, was nicht mehr als Pasta und Tomatensoße ist. Wir allerdings hatten allerdings schon die Luxusvariante des sehr kostensparenden Gericht, denn bei uns kamen noch eine Dose Mais, Thunfisch und Käse in den Kochtopf, nicht zu vergessen die italienische Gewürzmischung, welches jedes Gericht zum Gaumenschmaus machte :) NICHT!
 

Am nächsten Morgen schmiss uns der Wecker früh aus den Federn, denn wir wollten uns nicht die erste Delfinfütterung im weiter nördlich gelegenen Monkey Mia entgehen lassen. Eine Touristenattraktion welche jeden Morgen hunderte von Leuten das Geld aus den Taschen zieht. Gegen eine Gebühr von $8 darf man zuschauen, wie den Delfinen einen geringen Teil der Tagesration gefüttert wird. Mit viel Glück ist man einer der wenigen welche das Vergnügen haben einen Delfin persönlich zu füttern, ansonsten blieb einem nur das Gucken und das Zuhören.

Monkey Mia

Monkey Mia
Zum Glück hatte ich mich am Vortag mit ein paar anderen Touristen unterhalten, welche uns einen Tipp gaben, den Eintrittspreis geschickt zu umgehen, indem wir einfach das Auto ein paar hundert Meter südlich der Fütterung am Strand parkten und den Rest des Weges zu Fuß gehen. Unter der großen Masse von ca. 400 Menschen fallen ein paar blinde Passagiere nicht auf, was sich am Schluss auch bestätigte. Auf unserem weiteren Weg Richtung Norden gab es an diesem Tag leider nichts Sehenswertes und so machten wir ein paar Kilometer und beendeten den Tag auf einer Rest-Area einige Kilometer südlich von Carnarvon. Hiermit war dann auch schon Tag 4 unseres Roadtrips zu Ende – krass wie schnell die Zeit verfliegt wenn man auf Reisen ist und so viele tolle und interessante Dinge sieht!

Freitag, 22. Juli 2011

Roadtrip Part 1 - Pinnacles, Hutt River Province & Kalbarri

Wie schon in der Vergangenheit erwähnt, stand nach dem Final-Camp in Perth noch der Roadtrip von Perth nach Broome auf meinem Plan, welchen ich zusammen mit Max unternehmen wollte. Nach dem Roadtrip entlang der Ostküste mit meiner Familie und einem weiteren von Perth nach Melbourne, stand die Westküste ganz oben auf der Reiseliste. Nachdem sich das winterliche Wetter im südlichen Teil Australiens voll ausgebreitet hatte, zog es vermehrt zahlreiche Backpacker in den wärmeren Norden. So wurden in dem Backpacker-Forum auch zahlreiche Roadtrips angeboten, manche nach Broome oder sogar nach Darwin. Max, welcher sich vor seinem Weg nach Perth in Esperence aufhielt und Ich aus Geraldton, haben uns allerdings sehr schwer getan jemanden zu finden, welcher nach Broome fährt und zufälligerweise noch 2 Plätze in seinem Van frei hat. Die Angebote waren zwar zahlreich da, aber natürlich möchten die meisten Leute ihre Reisegenossen vor der Abreise treffen, was für uns aufgrund unserer Wohnsituation unmöglich war.
Nambung National Park - Informationszentrum
So standen wir also am Sonntagmorgen im YHA-Backpacker in Perth auf, hatten noch eine Übernachtung als Polster, Broome als festes Reiseziel im Fokus, allerdings noch keine Ahnung wie wir dort hin kommen sollten und wo wir unser ganzes Gepäck während der Zeit verstauen sollten. Wir standen also nun da, total planlos, allein mit der Hoffnung jemanden zu finden welcher uns mit in den warmen Norden nimmt. Glücklicherweise konnten wir am selben Tag noch zwei Treffen organisieren. Das erste Treffen hatten wir mit einem 23 jährigen Franzosen, welcher nach zwei Travelmates von Perth nach Darwin suchte und das andere mit 3 Iren, welche ebenso noch Platz für zwei Mitreisende auf ihrem Weg nach Darwin hatten.

Pinnacles
Da die Kosten für den Sprit beim Reisen das größte Problem sind, bestanden die Iren darauf, auch jemanden zu finden der den kompletten Weg bis nach Darwin mit ihnen reist, so blieb Max und mir als letzte Option noch Florian, der 23 jährige Franzose, übrig welcher uns letztendlich auch mit auf einen Roadtrip nahm. Glücklicherweise konnten Max und Ich unser überflüssiges Gepäck im Backpacker lassen und so machten sich am Montagmorgen, 3 verdammt coole Jungs, in einem Nissan Urvan 1994 auf den Weg in den Norden. Doch bevor wir unser erstes Reiseziel, die Pinnacles, ansteuern konnten, mussten wir noch unsere Van-Küche stocken, einen Schlafsack kaufen und dem guten Van wieder genug zum Trinken geben.
Nachdem wir das erledigt hatten, konnten wir endlich dem unfreundlichen Wetter entfliehen und fuhren quasi der Sonne entgegen. Von Tag zu Tag verschwand die winterliche Kleidung immer tiefer in der Kleiderbox und die Outfits wurden immer freizügiger.
Natürlich hatten wir uns vor der Abreise über die Reiseziele gesprochen, welche auf beiden Seiten eigentlich so ziemlich die selben waren, lediglich die Übernachtungsorte waren noch unklar, welche man allerdings im Voraus auch nicht planen kann. Man verbringt einfach die meiste Zeit an den Orten, die einem gefallen und wenn mal was mehr Zeit als erwartet in Anspruch nimmt, wird einfach eine Raststation früher übernachtet.

Mein Job ist es jetzt, euch einen Roadtrip in Worte zu fassen, der eigentlich nicht in Worte zu fassen ist, weil er einfach zu genial war. Im Gegensatz zu dem Roadtrip nach Melbourne, reiste ich dieses Mal mit Leuten mit denen ich mich gut verstand, dazu war das was wir gesehen haben einfach nur atemberaubend! Selbst die Bilder welche ich euch hochladen werde, können euch nur einen kleinen Eindruck verschaffen. Nur wer mit dabei war und das Ganze mit eigenen Augen gesehen hat, könnte meine Euphorie für diesen Teil des Landes verstehen. Ich habe mittlerweile schon einiges von dem Land gesehen, doch irgendwie schafft dieses Land es immer wieder mir den Atem zu rauben. Die landschaftliche Vielfalt ist einfach einzigartig! Schaut’s euch einfach selbst an…
In mehreren Einträgen werde ich euch den kompletten Roadtrip in Worten und Bildern unter die Nase reiben und hoffen, dass sich ein kleiner Neid verbreitet :) Das hier ist Part 1 unseres Roadtrips, welcher die Reiseziele: Pinnacles, Hutt River Province und den ersten Teil des Kalbarri Nationalparks beinhaltet. Viel Spaß ;)


Pinnacles
Im Nambung National Park hatten wir wie schon erwähnt unseren ersten Reisestop, denn dort gab es einen Blick auf die Pinncales (Zinnen) zu werfen, welche die Gegend wie eine Mondlandschaft aussehen lassen. Tausende bizarre, bis zu 5m hohe Kalksteinsäulen, die wie Stalagmiten aus dem nahezu vegetationslosen Sandboden herauswachsen. Umstritten ist allerdings noch der geologische Ursprung. Eine Theorie nimmt an, dass Wurzelsysteme ehemaliger Vegetationen im Laufe von Jahrtausenden durch mineralhaltiges Wasser mit Kalkablagerungen überzogen und später vom Wind freigelegt wurden.


Am selben Tag fuhren wir noch bis nach Geraldton, aus welchem ich erst zwei Tage zuvor abgefahren bin. Da wir dort allerdings erst im Dunkeln ankamen und unsere Mägen knurrten, machten wir uns auch nicht groß auf die Suche nach einem Ranger-freien-Stellplatz für unseren Van und parkten direkt an der Promenade, was man in der Regel vermeiden sollte, wenn man keine Lust hat die $100 Strafe zu zahlen für unerlaubtes Campen. Die Rechnung für die Faulheit bekam wir direkt am nächsten morgen um 6.30 Uhr von einem Ranger, welche kräftig gegen das weiße Blecht des Vans klopfte und uns aus dem Bett schmiss. „Schneller eine Ausrede, wie eine Maus im Loch“, beugte ich mich vor zum Beifahrersitz und erzählte dem Ranger eine Story vom Pferd, mit welcher wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind, dennoch aufstehen mussten, da sich schon einige Passanten beim Polizeirevier beschwert hatten.

Der Prinz persöhnlich
hier bekomm ich gerade meine Visa in meinen Reisepass gestempelt
Bereut hatten wir diesen unbestellten Weckdienst allerdings nicht, denn schließlich hatten wir nun mehr vom Tag, welchen wir auch komplett ausnutzten. Von Geraldton machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Sonne, wo 75km nördlich die Hutt River Province auf uns wartete. Um euch einen Eindruck zu geben um was es sich hierbei handelt, greife ich zu meinem Reiseführer, welcher hierfür eine relative ausführliche Beschreibung bereit hält.

„Im Jahre 1970 erklärte ein westaustralischer Farmer seinen Grundbesitz für unabhängig und ernannte sich selbst zum Fürst. Sein Reich, das >souveräne< Fürstentum Hutt River Province, ist jedoch auf keiner Landkarte verzeichnet, da es von der australischen Regierung nie anerkannt wurde Seine Exzellenz ist unangehalten. Der unangemeldete Besucher stört beim Holzhacken. Einst trug seine königliche Hoheit Prinz Leonard den bürgerlichen Namen Leonard George Casley. Während eines Disputs mit der Regierung des Bundesstaates Western Australia erklärte er am 21. April 1970 kurz entschlossen die Unabhängigkeit seines Famlandes von Australien und ernannte sich selbst wenig später zum Prinzen. >>Die Autonomie war damals unsere große Chance<<, erzählt der 80-jährige Herrscher, >>auch wenn wir seitdem mit den Behörden ständig auf Kriegsfuß stehen.<< Die Regierung hat das kleine Reich am Hutt River nie anerkannt. Auch die Aufnahmeanträge bei der U und beim britischen Commonwealth of Nations wurden abgelehnt. All das hält Prinz Leonard nicht davon ab, mittels Konsuln diplomatische beziehungen zu rund zwei Dutzend Staaten auf dem Globus zu pflegen. In Deutschland ist sogar ein Sonderbotschafter für ihn tätig. Das Reich des selbsternannten Potentanten misst geau 75km². Zu seinen >Untertanen< zählen neben 30 Menschen rund 10 000 Schafe und einige Dutzend Milchkühe. Auf Leonards Arbeitstisch aber stapeln sich Briefe aus aller Welt, denn zur Hutt River Principality, die die offizielle bezeichnung des Territoriums lautet, gehöen auch Tausende von Bürgern in aller Welt. >>Wir überprüfen jeden peinlich genaz, der sich bei uns um die Staatsbürgerschaft bewirbt<<, erklärt der Prinz. Wie es sich für einen richtigen Staat gehört, verfügt die Hutt River Province auch über eine eigene Verfassung, bei deren Formulierung man sich am Vorbild von Lichtenstein orientierte. Die legislative Gewalt übt ein Parlament aus, dass alle 5 Jahre gewählt wird. Als Regierungschef fungiert natürlich Prinz Leonard, die wichtigsten Ministerpositionen haben seine Söhne inne. Prinzessin Shirley, Gattin von Prinz Leonard, dagegen fallen rein repräsentative Aufgaben zu. Der Monarch hat für sein Reich sogar Geldscheine mit seinem Konerfrei drucken lassen – auch wenn vermutlich keine Bank der Welt die Währung akzeptiert. Eigene Briefmarken – von der australischen Post natürlich nicht anerkannt – gibt es ebenfalls. Allerdings streiten sich Phitaletisten darüber, ob sie nun sammelwürdig sind oder nicht. Immerhin tragen sie dazu bei, den Haushalt aufzubessern. >>Seit der Unabhängigkeit hat unsere Wirtschaft einen gewaltigen Aufschwung genommen<<, beschreibt Prinz Leonard die ökonomische Lage seines Reiches. Zu verdanken ist dies vor allem den Touristen, die augenscheinlich leichter zu melken sind als Kühe. In manchen Jahren finden pro Woche über 1000 Besucher den komplizierten Weg zu Prinz Leonards Residenz und das, obwohl die Bezirksverwaltung das Aufstellen von Hinweisschildern untersagt. Sie kaufen Briefmarken und Souveniers, wechseln harte Dollars in die Währung der Hutt River Province und lassen sich Visa in die Pässe stempeln.“

Kalbarri Nationalpark - Rock Island
Kalbarri Nationalpark
Nachdem auch ich für Briefmarken und Postkarte ein paar Dollars dort habe liegen lassen, ging es für uns weiter der Küste entlang zum Kalbarri National Park, wo wir an der durch Sandsteinfelsen geprägten Küste Ausschau nach Buckelwalen machten. Es dauerte nicht lang, bis wir auch einige zu sehen bekamen, allerdings ist es relativ schwer diese zu fotografieren, da sie nur kurz zum Luftholen auftauchen, zudem sich noch einige 100m offshore aufhalten. Diese Küsenregion um den Kalbarri National Park, erinnerte mich ein wenig an die Great Ocean Road, da die Klippenformationen eine gewisse Ähnlichkeit besitzen, allerdings auch nur bis nach Kalbarri, denn danach führt die Straße ins Inland wo der National Park von einer tiefen Schlucht des „Murchison River“ geprägt wird, von welchem ich euch im nächsten Eintrag ein paar schöne Impressionen bieten werde.

Whale-Watching
Kalbarri Nationalpark - Natural Bridge
Kalbarri Nationalpark
Kalbarri Nationalpark
Kalbarri Nationalpark

Donnerstag, 21. Juli 2011

Questions for my mind

Wie schon erwähnt, war das Final Camp meiner australischen Organisation ein totaler Lacher, dennoch hat der Papierkram meine letzten noch aktiven Gehirnzellen ein wenig zum Nachdenken angeregt. Die restlichen Gehirnzellen sind nicht abgestorben, sie haben sich nur bereits auf Urlaubsmodus geschaltet :D Uns wurden ein paar Fragen ausgedruckt, welche wir für uns beantworten sollten.
Da ich auf meinem Roadtrip zwischendurch die Zeit gefunden habe mal einen Blick auf diese Fragen zu werfen, habe ich sie ganz allein für mich beatwortet und mir dabei gedacht, dass die Antworten für euch eventuell auch interessant sein könnten. Was in dem Kopf eines Freiwilligen kurz vor seinem Weg zurück nach Deutschland so vorgeht, ist eigentlich eine relativ private Sache, dennoch möchte ich meiner Leserschaft, welche sich ein Jahr lange für meine Berichte interessiert hat, einen Einblick auf diese Fragen geben.
Ich hoffe eure Englischkenntnisse reichen aus um die kurzen, dennoch sehr ernsten Antworten zu verstehen, ansonsten helft euch einfach mit dem Google-Übersetzer :)

The 5 things that I enjoyed most about volunteering in Australia were?
1. Being proud feeling – to be a volunteer
2. Experiencing that other point of view as a volunteer
3. Facing new and completely different problems
4. Personal development
5. Meeting new people, new stories, experiences and adapting

The 5 things that were difficult or bothered me the most while I’ve been volunteering in Australia are.
1. Some people don’t take you serious
2. Being misunderstood as a volunteer – people use you as a cheap worker
3. The missing appreciation for my work
4. Having a constant shortage of money
5. Not getting paid for the same work others get paid for

The 5 things I’ve missed most about home?
1. Family and Friends
2. The feeling “to be at home” – missing back up from the family
3. My own room and privacy
4. My German Club “Wernauer Sportfreunde” and the involved people and activities
5. My motorbike

The 5 things I’ve missed least since I’ve been volunteering?
1. School, German daily routine
2. Unfriendly and stressed people
3. Antisocial immigrants
4. The expectations people had of me back in Germany

My greatest single challenge while I’ve been volunteering in Australia?
• 4 months Burrguk Aboriginal Community
- living in a remote area
- culture shock
- temperature/climate
- loss of girlfriend

The 5 things that I worry about most when thinking about going home are?
1. People that can’t understand that I’ve become a different person
2. Can’t fill the gap anymore, which I left behind one year ago
3. Struggling with studies and career plans
4. Losing the skills I’ve gained over the year
5. All the unexpected things, I might not be able to handle

Once I return from Australia the 5 things I believe I will miss the least are?
1. ICYE – Australia
2. The Australian “Wait-a-while”-Attitude
3. Changing host situations
- was a good experience but too often
- living out of a suitcase
4. Dependence of others ( daily schedule and financially)
5. Insects – flies, ants, mosquitoes, cockroaches

Once I return from Australia the 5 things I believe I will miss the ost are?
1. Travelling – Roadtrips, landscape, easy living, taking photos
2. Outdoor activities – beach, camping, fishing, BBQ
3. Interacting with different people – exchange of culture and experiences
4. Writing my online blog – sharing experience
5. “Take-it-easy”-Attitude- no worries

Samstag, 16. Juli 2011

Final Camp & ICYE-Urteil

Nachdem Max und Ich schon seit einigen Tagen auf unserem Roadtrip von Perth nach Broome sind, melde ich mich zurück um euch vorerst über das am vergangenen Wochenende statt gefundene Final-Camp in Perth zu berichten, welches ich bereits im letzten Eintrag erwähnt hatte. Erwartungslos machten nicht nur Kathrin, Fabian und Ich uns von Geraldton auf den Weg nach Perth, sondern auch Max, welcher sein zweites Projekt in Esperence absolviert hatte. Bereits im Voraus hatte Michelle uns Freiwilligen die Busverbindungen gebucht, doch selbst bei der einfachsten Sache der Welt konnte man auch hier kein fehlerfreies Arbeiten erwarten. Für Kathrin, Fabian und Mich waren am Samstag zwei Busverbindungen verfügbar, wo natürlich für uns die zwei Stunden längere gebucht wurde, da das siebenstündige Sitzen im Bus uns Freiwilligen ja besonders Spaß macht. Kurzerhand hab ich auf Absprache mit den anderen Zweien, sowie Michelle die Verbindung umgebucht, was zwar kein großer Aufwand war, aber trotzdem von uns erledigt werden musste, obwohl sie diejenige war, welche die schlechtere Verbindung gebucht hatte. Nein, wir müssen auch nicht dankbar sein, dass sie uns die erste Verbindung gebucht hatte, denn als Mentorin unserer australischen Organisation, gehört die An- und Abreise zu den Projekten zu ihrer Pflicht. Doch viel ärgerlicher war die ganze Anreise noch für Max, welcher eine deutlich längere Anreise hatte. Dummerweise buchte Sie sein Busticket von Albany aus, obwohl Max die ganze Zeit in Esperence verbrachte. Schon ganz schön arm, wenn man nicht mal weiß wo sich die ohnehin geringe Anzahl an Freiwilligen aufhalten. Naja, diesen Fehler kann man ihr ja auch irgendwie ein wenig verzeihen, schließlich hatten wir über die ganze Zeit hinweg mehr Kontakt zu unserer deutschen Organisation als zu ihr – sie scheint ihren Job eben sehr ernst zu nehmen. Bei zahlreichen Versuchen mit ihr Kontakt aufzunehmen, musste man auf eine Antwort der E-Mail vergeblich warten, mit Glück bekam man Wochen später im Rahmen einer Rundmail an alle Freiwillige eine Antwort auf die Fragen. Von dem telefonischen Kontakt möchte ich schon gar nicht groß reden, da dieser nicht stattfinden konnte. Unter der sogenannten „Notfallnummer“ erreichte man nur die Mailbox oder den endlos klingelnden Piebton. Soweit meine Erinnerungen zurück reichen, erhielten wir Freiwillige seit Anfang Februar ganze 3 E-Mails, welche unter dem Betreff „monthly contact“ heraus gesendet worden waren. Mit großem Erstaunen wurden E-Mails beispielsweise so angefangen: „Can you believe it, it’s almost the beginning of June?“

Ich, für meine Seite kann zu mindestens den Kalender lesen und schicke so eine E-Mail auch nicht am Abend des 31. Mais an die Freiwilligen heraus – das letzte Lebenssignal unserer Chefin :) Vergeblich warteten wir alle auf die Informationen über das Final-Camp welche Ende Juni irgendwann in unseren Postfächern zu finden sein sollten, doch nie ankamen. Selbst auf Fabians nachfrage hin, was nun eigentlich genau in Perth passieren wird, z.B. „Wo kommen wir unter?“, „Holt uns jemand von der Busstation in East Perth ab?“ oder „Was steht eigentlich auf dem Programm?“ bekam Fabian gerade noch kurz vor der Abreise aus Geraldton eine Antwort, welche selbstverständlicher weise nur auf den minimalsten Aufwand beschränkt war. Wir wussten also nun, dass wir von irgendjemand abgeholt werden und auch die Informationen fürs Camp dann bekommen. In Perth angekommen holte uns ihr Mann Nigel vom Busbahnhof ab, drückte uns einen Umschlag in die Hand und verschwand wieder auf dieselbe Schnelle in der er aufgetaucht ist. In dem Umschlag fanden wir das Programm für das „Camp“ vor, welches noch weniger Programm beinhaltete als wir es erwartet hatten, sowie ein separater Umschlag mit $50 Essensgeld. Wir sollten also bis Montag den mitgeschickten Fragbogen ausfüllen, sowie einen Bericht über unsere Lebenssituation im zweiten Projekt verfassen. Nach einem Treffen, wo wir gemeinsam über unsere gesammelten Erfahrungen sprechen, suchte man vergeblich. Nicht einmal ein Treffen mit ihr persönlich stand auf dem Plan, woraus wir Freiwillige einfach die Tatsache schließen, dass diese Frau einfach keine Lust mehr auf uns hatte. Mir fiel es auch nicht wirklich schwer ihre mitgeschickten Unterlagen, einfach im Mülleimer zu versenken, denn wer sich so wenig um seine Pflicht kümmert, kann sich auch nicht wirklich für meine Erlebnisse und Erfahrungen interessieren. Wir alle konnten uns natürlich nicht vorstellen, dass es kein gemeinsames Treffen vor der Abreise mehr geben wird und versuchten Sie unzählige Male zu Kontaktieren. Am Montagmorgen erfuhren wir dann per E-Mail, dass wir die Unterlagen im Backpacker an der Info abgeben sollten. Sie würde dann dafür sorgen, dass der ganze Papierkram auf irgendeinem Weg zu ihr gelangt. Natürlich öffne ich am Morgen meiner Abreise aus dem Hotel nicht mein Postfach und konnte somit den anderen, welche mit mir oder bereits schon im Voraus ausgecheckt hatten, erst verspätet die Nachricht übergeben. Ihre mit „Mühe“ erstellten Unterlagen sind nun unteranderem auf dem Weg nach Deutschland, im Mülleimer des Backpackers oder auf der Reise nach Broome, da Max sie erbarmungsvoll mit auf eine spannende Reise nehmen wollte :D

Es soll sich ja nicht so anhören, als wäre ich geil auf großartiges Programm gewesen, aber eine kleine Diskussionsrunde als Abschluss hätte das ganze Programm gut abgeschlossen. Es hat uns allen ein Lachen bereitet, dass unsere ohnehin schon geringen Erwartungen auch noch untertroffen worden wurden. Wenn man die Bemühungen von Michelle graphisch darstellen müsste, dann würde sich eine stetig abnehmende Gerade ergeben, welche zum Abschluss die x-Achse schneidet :D Am Anfang nächtigten wir noch in einem schönen Motel, wurden von ihr mit Lebensmitteln versorgt und hatten ein wirklich gutes Vorbereitungsseminar, das „Mid-Year-Camp“ war dann schon weniger produktiv und wir wurden alle gemeinsam in ein Haus gesteckt, was eigentlich trotzdem relativ cool war und nun das „Final-Camp“ kann nur noch als absoluten Tiefpunkt angesehen werden.

Natürlich wissen Leute in unserem Alter wie man mit ausreichend Freizeit in einer Stadt wie Perth umgeht. So trieb es uns tagsüber in die Innenstadt zum Einkaufen von Lebensmitteln und ein paar Souveniers und am Abend machten wir alle gemeinsam, unter anderem auch Laura, welche bereits im März das Projekt abgebrochen hatte, uns auf ins Nachtleben. In einem malaysischen Restaurant, welche „BYO – Bring Your Own“ anbot, wurden die Mägen gefüllt, sowie der Alkoholpegel auf die richtige Stimmung gebracht, anschließend ging es ins Casino in welchem Max und Fabian ihr Glück beim Roulette probierten und abschließend endete die Nacht im Eve-Nightclub – eine definitiv akzeptierbare Alternative zum Abschlusscamp :)

Wie ihr aus dem bereits gelesenen heraus hören könnt, ist der Frust relativ groß, welchem ich hier ein wenig Luft schaffen muss. Doch viel schlimmer war für mich persönlich, dass sie mir versprochen hatte, Gepäck im ICYE-Büro unterbringen zu können, welches ich nicht mit auf den Roadtrip nehmen wollte. Schließlich findet ein unhandlicher Koffer in den ohnehin schon zu kleinen Vans nur selten Platz. Zudem ist mein Inlandsflug von Broome nach Perth mit einem Gepäcklimit von 21kg beschränkt, wofür ich nahezu die Hälfte meiner Sachen in Broome hätte lassen müssen. Es wird mir ohnehin schon schwer genug fallen unter den 31kg + Handgepäck für meine internationalen Flüge zu bleiben. Falls ich mich dennoch nicht von einigen Sachen trennen kann, werde ich wohl oder übel noch was per Schiff nach Deutschland schicken müssen. Dies kann zwar bis zu 3 Monaten unterwegs sein, ist dafür um ein vielfaches billiger als es per Airmail zu schicken!

Nachdem ich ein wenig vom Thema abgeschweift bin, gibt es abschließend ein gnadenloses Urteil über meine australische Organisation zu fällen. „Australische“ habe ich mit Absicht hervor gehoben, da ich nicht möchte, dass diese ganzen Beschwerden, Probleme und Umstände auf meine deutsche Organisation übertragen werden. Denn diese macht ihren Job mehr als zufriedenstellend und so würde ich auch jeder Zeit einem Interessenten für ein solches Jahr diese Organisation empfehlen! Auch ihr, als fleißige Leser, würdet mir einen Gefallen machen, wenn ihr zwischen meiner australischen Organisation ICYE – International Cultural Youth Exchange und meiner deutschen Organisation ICJA – Internationaler Christlicher Jugendaustausch keine Sachen verwechselt. Natürlich hat das ICJA-Team schon längst die Konsequenzen aus den vermehrt auftretenden Beschwerden gezogen und Australien aus dem FSJ-Programm gestrichen. Somit gehörte ich also zu dem ersten und letzten Jahrgang, welcher von ICJA nach Australien versendet wurde. Diese Entscheidung wurde nicht von heute auf morgen gefällt, sondern über einen längeren Zeitraum debattiert. Anfangs konnte man noch auftretende Schwierigkeiten, mit der frischen Gründung von ICYE-Australia entschuldigen, gegen Ende hin, war aber Vieles nicht mehr erklärbar.

Sooo….nun wurde auch so ziemlich alles gesagt und ich kann dennoch mit guter Laune den letzten Roadtrip von Perth nach Broome genießen, über welchen ich euch schon in Kürze berichten werde. Freut euch über interessante Berichte und noch viel mehr über wunderschöne Bilder.
Bis dahin – euer Daniel ;)

Mittwoch, 13. Juli 2011

my last week in Geraldton

Aufbau fuer die Art-Show
Meine letzte Arbeitswoche in Geraldton, war nicht nur die letzte Woche an der Leaning Tree Community School, sondern auch die letzte Arbeitswoche auf dem Weg zur Vollendung meines Freiwilligen Sozialen Jahres. Nach 9 Monaten effektiver Arbeitszeit als Freiwilliger war mein Dienst hiermit erledigt und alle Pflichten erfüllt, naja fast alle. Zwei Pflichten stehen bei jedem Freiwilligen noch offen und das ist die Teilnahme am „Final-Camp“ welches dieses Wochenende in Perth stattfindet, sowie die Erscheinung zum Nachbereitungsseminar zurück in Deutschland, welches Ende September stattfinden wird. Der Sinn beider Treffen ist zum größten Teil, der Austausch von Erfahrungen mit anderen Freiwilligen. Während das „Final-Camp“ von der australischen Organisation ICYE, nur über 3 Tage gehen wird, wird es in Deutschland ein Treffen über 6 Tage geben. Vermutlich gibt es natürlich noch ein wenig Papierkram zu unterschreiben, aber ich denk den Großteil der Zeit wird eher ein Vergnügen werden :)
Naja, nun zum interessanten Teil der ganzen Geschichte. Meine letzte Woche in Geraldton habe ich mir definitiv ruhiger vorgestellt! Um ehrlich zu sein, war das die stressigste Woche die ich während meiner kompletten Zeit hier in Geraldton hatte. Während die Planung und Vorbereitung für mein Farewell-Dinner die meiste Zeit verschlang, mussten in der Schule zahleiche Werke der Kids eingerahmt werden, welche sie über das vergangene halbe Jahr im Kunstunterricht kreiert hatten, denn am Ende der Woche stand ebenso noch die Kunstaustellung der Schule auf dem Plan, welche als Fundraiser ins Leben gerufen wurde. Unter dem Namen „Sprouting“ versuchte die Schule mit dem Verkauf von Werken ein wenig Geld in die Schulkasse zu spülen. Die ganze Veranstaltung wurde größtenteils von der Kunstlehrerin Skye organisiert, welche 5 Stunden die Woche, bei jeder Klasse den Kunstunterricht hält. Bei 50 Schüler/innen kam da natürlich so einiges zusammen.
Natürlich wurden nur die besten Stücke eingerahmt, was allerdings dem damit verbundenen Aufwand wenig schenkte. Trotz eines kompletten Samstagmorgens, mit zahlreichen Helfern, blieben noch eine jede Menge uneingerahmter Werke für mich reserviert. Einige der Bilderrahmen wurden gespendet, andere hingegen aus dickem farbigem Karton selber gestaltet. Beim bloßen Blick auf die Bilder, welche selbst verständlicherweise mit verschiedenen Zeichentechniken gemalt wurden, schienen viele eher unbesonders. Doch als sie am Ende eingerahmt vor mir lagen, war ich sehr überrascht wie gut einige der Bilder wirklich aussahen – lag das wirklich alles nur am Rahmen :) Nichts desto trotz, verbrachte ich also meine komplette erste Hälfte der Woche mit dem Einrahmen der Bilder. Der komplette Donnerstagmorgen ging dann noch in den Aufbau der ganzen Veranstaltung. Der Einlass für Eltern und Schülern, war getrennt von dem für die Öffentlichkeit, da man den Eltern zuerst die Möglichkeit geben wollte die Werke ihrer Kinder zu erwerben. Für das Wohl der Gäste wurden sämtliche Snacks von den Eltern bereit gestellt, sowie hinter der Bar eine Flasche Wein nach der anderen geöffnet.
Der ganze Stress und damit verbundene Aufwand hat sich dennoch gelohnt, denn am Ende des Abends wurden all die Werke verkauft bzw. versteigert und die Veranstaltung konnte somit als erfolgreich abgeschlossen werden.
Doch wo war nun die Zeit für die Planung meines großen Essens geblieben? Um ehrlich zu sein weiß ich das selbst nicht genau! Während ich schon zwei Wochen zuvor die Einladung für mein Farewell-Dinner ausgegeben habe, wurde so ziemlich der ganze Rest auf den letzten Drücker von mir erledigt. Das endgültige Menü hatte, ich am Anfang der Woche entschieden, nachdem ich mir nach Rücksprache aus Deutschland noch die letzte Vergewisserung über die Rezepte geholt hatte.



Den Einkauf hatte ich am Donnerstagabend glücklicherweise noch erledigen können, da gerade an diesem Abend die Supermärkte überdurchschnittlich lange aufhaben. Auch wenn die Schule zwar für die kompletten Kosten der Lebensmittel aufkam, schaute ich dennoch in der Schule nach vorhandenen Dingen um unnötige Kosten zu sparen. Für 30 bestätigte Gäste wurde der Einkaufswagen mit den verschiedensten Leckereien gefüllt, mit der Devise im Hinterkopf: „Besser zu viel, als zu wenig!“, was sich im Nachhinein nicht als falsch heraus gestellt hatte :)

Für mein 3-Gänge-Menü wollte ich eigentlich schon einige Dinge im Voraus kochen, wozu ich leider nicht mehr die Zeit finden konnte. So habe ich mich also voll auf die Hilfe meiner zwei deutschen Kollegen Kathrin und Fabian verlassen, welche mir ihre Hilfe anboten. Doch bevor das große Kochen am Freitag nach Schulschluss anfangen konnte, stand noch die Verabschiedung von all den Schüler/innen statt. Da es insgesamt nur um die 50 Kids sind, dachte ich mir, für jeden eine Kleinigkeit zu besorgen und sie damit zu erfreuen. Für viele war der Bleistift und der Kugelschreiber bedeutungslos, allerdings dafür die Freude am Lolli umso größer. Natürlich erklärte sich das von selbst, denn als kleiner Grundschüler wusste ich auch noch nicht was ich mit einem Kugelschreiber anfangen sollte und erfreute ich lieber an den prächtigen Farben der zahlreichen Bundstifte. Auch wenn ich bereits im Voraus wusste, dass mir der Abschied nicht ganz so einfachen fallen wird, kamen die Tränen dann doch plötzlich und ganz unerwartet. Da stand ich also nun vor dem Haufen kleiner Kinder, welche mir Tag für Tag Freude an der Arbeit bereitet hatten und wusste nicht was ich sagen sollte. 
fleissige Helfer - Fabian & Brenda
Die wenigen Worte welche ich noch aus mir heraus bekam reichten dennoch um meinen Dank auszusprechen. Doch das sollten nicht die letzten Tränen für diesen Tag gewesen sein. Denn das zweite Mal erwischte es mich ganz hart, als Fabian die, seit drei Stunden vor sich hin köchelnde, selbstgemachte Gemüsebrühe den Abfluss hinunter goss und mit einem Sieb voller verkochtem Gemüse wieder zurück kam. Ne, nur ein kleiner Spaß am Rande :) Also das mit den Tränen…das mit der Suppe stimmt wirklich und dafür konnte ich ihn in diesem Moment auch töten, mittlerweile kann ich allerdings drüber lachen, da die Suppe dennoch jedem sehr gut schmeckte. Mein Zeitrahmen war generell viel zu eng. Als ich um 13 Uhr das kochen anfing, wusste ich genau, dass es nicht reichen wird. Zudem kam noch, dass mir Kathrin und Fabian ihre Hilfe erst ab 15 Uhr anbieten konnten, da sie noch ein allerletztes Mal vor der Abreise einen Abstecher am Strand machen wollten. Allerdings wurden sie beim Eintreffen um 15.30 Uhr dann sofort mit sämtlichen Jobs beschäftigt :)
meine Gaeste
Hierbei noch einmal herzlichen Dank an eure Hilfe, denn ohne euch, hätte ich wahrscheinlich keinen einzigen Teller servieren können! Es gab so viel zu erledigen: Es mussten zahlreiche Pfannenkuchen gebraten werden, was Kathrin exzellent mit zwei Pfannen gleichzeitig meisterte, Champignons, Zwiebeln und Fleisch geschnitten werden, Äpfel geschält und ausgehöhlt werden, was Fabian mit Vergnügen und reichlich Zeit erledigt hat. Während ihn der Zeitdruck relativ unbeeindruckt lies erfreute er sich lieber an der Freude über die Schälmaschine welche meiner Schule gehört. Für diese Anzahl an Gästen hätte ich mir das Kochen der selbstgemachten Spätzle auch nicht ganz so aufwendig vorgestellt. Während all den Dingen, versuchte man vergeblich, die viel zu kleine Küche halbwegs sauber zu halten. Trotz all dem Stress und den Umständen konnte ich rechtzeitig um 18.45 Uhr, nach einer Willkommensrede, mit dem Servieren der Vorspeise beginnen. Hierbei halfen mir dieses Mal allerdings die Gäste selbst, da Fabian und Kathrin sich gegen halb 7 vom Acker machten, da sie zum Essen eingeladen wurden.
die Worte sind mir nicht einfach gefallen...
Während sich nach der Vorspeise und dem Hauptgang die Mägen der meisten Gäste allmählich gefüllt hatten, konnte ich mit einem noch anderen wichtigen Teil des Abends starten – und zwar mit der Danksagung an all die Gastfamilien, sowie die Lehrerinn Renee, welche mich während meiner Zeit in Geraldton besonders unterstützt hatte. Als Geschenk hatte ich für jeden ein Kochbuch, sowie eine selbstgebastelte Karte mit persönlichen Worten. Bei dieser Gelegenheit erwähnte ich auch noch kurz den Küchenunfall mit der Suppe, sowie den Ausfall aller Küchengeräte, nachdem die Gasflasche aufgebraucht wurde. Glücklicherweise konnte ich noch auf zwei kleine elektronische Herdplatten zurückgreifen, sowie einem winzigen Backofen. Hätte ich meine Gäste früher darüber informiert, wäre mir die Ersatzgasflasche wohl noch rechtzeitig zur Hilfe geraten :)
Nichts desto trotz, konnte ich unter provisorischen Umständen das Menü noch zu Ende kochen. Auch Lara nutzte diese kleine Unterbrechung um ein paar Worte los zu werden, denn es war nicht nur für mich der letzte Abend an dieser Schule, sondern auch noch für zwei weitere Lehrerinnen – Skye wird nämlich während den Schulferien nach Margaret River ziehen und Steph wird ab dem nächsten Schulterm an einer anderen Schule unterrichten. Auch für mich blieben noch ein paar Worte übrig, sowie ein paar Geschenk über welche ich mich besonders freute – ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Geraldton – it blew me away“, sowie einem Stubie-Holder von Geraldton, welcher mir das Vernichten des Corona-Kastens erleichtern sollte. Nachdem anschließend jeder noch genüssliche den Bratapfel im Nussmantel mit Vanille- und Karamelleis schlemmte, nahm der Abend gegen 22 Uhr sein Ende, denn für mich ging es am darauffolgenden Tag schon früh auf den Weg nach Perth und die Koffer warteten auch noch darauf gepackt zu werden.
v.l.n.r Joe, Ich und Gino
Von dem schulischen Umfeld, sowie den Gastfamilien hatte ich mich hiermit verabschiedet, blieb nur noch der Abschied von meinem Fußball-Club offen. Zwar hatte ich bereits letztes Wochenende mein Abschiedsspiel gegeben und konnte mich von ein paar Spielern verabschieden. Da allerdings zwei Teams in Perth für Spiele unterwegs waren, ging ich Donnerstagabends noch schnell bei der Mannschaftsversammlung vorbei um der kompletten Truppe Tschüss zu sagen, sowie ihnen ein Trikot meines deutschen Fußballclubs zu überreichen.
So endete also meine Zeit in Geraldton...